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Didaktik und Methodik

Zur Neuorientierung der "richtigen" Lehrwege in der Skipraxis.

Didaktisch-methodische Vorüberlegungen zur Skipraxis

In kaum einer Sportart sind – über Jahrzehnte hinweg – die Lehrwege so kontrovers diskutiert worden wie im alpinen Skilauf. Spätestens mit der Einführung des Carving-Ski und anderer "Gleit-Geräte" (Big Foot, Snow-Blade, Snowrider, Double Troubler, Fattys …) eignet sich dieser Diskurs über den "richtigen Weg" allerdings nur noch für akademische Insider-Gesprächskreise. Denn wie der Deutsche Skiverband (DSV) erkannt hat:

"… [M]it diesen Geräten bietet der alpine Skilauf selbst dem Anfänger ein Bewegungserlebnis mit vielen kreativen Ansatzpunkten, eröffnet eine spielerische Schulung der Gleichgewichtsfähigkeit, des Kantengefühls, des Wechsels zwischen stabilem und labilem Gleichgewicht und der dynamischen Bewegungskoordination."

(Vgl. Schneesport an Schulen, Schriftenreihe des Deutschen Skiverbandes, Band 2, S. 49.)

Heute bevorzugen wir, wenn möglich mit Hilfe des Einsatzes vielfältiger Gleitgeräte, ein offenes und individuelles Bewegungsangebot. Es ist sympathisch und zukunftsweisend zugleich, dass der DSV diese Entwicklung aufgreift und dem Skisport in der Schule einen eigenen und dazu mehrperspektivischen Weg öffnet:

"Durch die aktuelle Methodik des Skilaufens, weg von der Vermittlung exakt vorgeschriebener Bewegungsabläufe, die sich oft reduziert auf die Demonstration des Skilehrers und Nachvollziehen des Schülers, hin zu einem Lernen durch Selbsterfahrung, bei der Sicherheit, Erlebnisoffenheit, Selbstständigkeit und Souveränität des Skiläufers im Vordergrund stehen, bietet der Skikurs neben dem Lernen sportmotorischer Fertigkeiten interessante Ansätze für das Lernen im sozial-affektiven Bereich. So erfordern Partner- und Gruppenübungen ein großes Maß an Rücksichtnahme aufeinander und die Übernahme von Verantwortung für sich selbst und den bzw. die Mitschüler.

Bei richtiger Auswahl der Übungsformen und des entsprechenden Geländes werden die Schüler Erfolgserlebnisse erfahren, die gerade bei sportmotorisch schwächeren Schülern zu einer Steigerung des Selbstwertgefühles beitragen."

(Vgl. Schneesport an Schulen, Schriftenreihe des Deutschen Skiverbandes, Band 2, S. 64.)

Diese Neuorientierung ist anerkennenswert, weil sie die Interessenlage des Skisports als Teil des Schulsports widerspiegelt, weil sie

  • eine authentische sportfachliche Grundlegung für das Lehrer-Handeln aufzeigt sowie
  • den Auftrag für didaktisch-methodische Vorgehensweisen im Rahmen der Schularbeit umschreibt

Quelle: Feldhaus, Bernd (2012): Skifahren mit Schülerinnen und Schülern