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Neueinstieg nach Corona: Leitfaden nach dem ski(unterrichts)freien Jahr für Skilehrer*innen

Hans Zehetmayer (2016 verstorben) gehörte zu den Großen des Skilehrwesens in Österreich, u. a. war er der Ausbilder der Skiinstruktoren und Sportlehrer an der Bundesanstalt für Leibeserziehung in Wien. Seine mechanischen Skimodelle, mit denen er eindrucksvoll die Einfachheit des Kurvenfahrens mit den taillierten Skiern nachvollziehbar machte, illustrieren das Titelblatt des Biomechanik-Kapitels im Klühspies-Praxishandbuch „Skifahren mit Schülerinnen und Schülern“ (S. 51). (Hinweis: Das genannte Praxishandbuch erhalten Sie bei jeder Buchung einer Ski-Klassenfahrt bei Klühspies Reisen.)

Seine Hinweise und Anregungen für Skilehrer*innen sind ein sympathischer Leitfaden nach dem ski- und skiunterrichtsfreien Jahr, um sich wieder für die Unterrichtssituationen zu sensibilisieren und um sich auf das Unterrichten im Skikurs zu freuen. Alfred Grüneklee hat für das "Skimanual" 2020/2021 von SPORTS aus einem handschriftlichen und stichwortartigen Zehetmayer-Manuskript die nachfolgenden Anregungen zusammengestellt.

Hinweise und Anregungen für Skilehrer*innen

Skilehrer sind nicht allein Fertigkeitsvermittler, sondern Gestalter einer erlebnisreichen Zeit (eine Woche, 10 Tage) in einer Gruppe in der Bergwelt auf Schnee. Dieser Zeitabschnitt muss mehr sein, als ein „K(r)ampf“ mit zwar gutgemeinten, fachlich sicherlich wichtigen, aber manchmal erstarrten Bewegungsvorschriften, mehr als beklemmendes „Figurenturnen talwärts“ unter den strengen Augen des Skilehrers.

Wie kann die Kurszeit durch den Skilehrer „erlebnisreich, abwechslungsreich, anregend“ gestaltet werden?

- Hauptaugenmerk auf die Vorgänge des „Erfahrens“ (Bewegungserfahrung sammeln), des Wahrnehmens, des Spürens, des Versuchens, des Spielens lenken.
- Neugierde wecken, immer wieder fragen, damit die Zusammenhänge der Lernschritte als „BAUSTEINE“ erkannt werden. Der Weg zum ZIEL – SCHWINGEN – ist genauso wichtig wie das Ergebnis!

Aufgaben stellen für trockene Skiübungen (ohne Lösungsvorschrift):

  1. Lehrer stellt durch Fragen: „Wer von euch kann das?“ (AUFGABEN). Beispiele: „Wer von euch kann ohne Stöcke, … in tiefer Hocke, … ganz aufrecht, … nur mit einem Ski, … rückwärts schwingen?“
  2. Die Gruppenteilnehmer versuchen und probieren, die Aufgabe zu lösen. Mehrere Lösungsverfahren wird es geben.
  3. Aufzeigen der Lösungen durch den Skilehrer und alle in der Gruppe probieren die Lösungen.  Frage an die Teilnehmer: „Welche ist die beste, die günstigste Lösung?“
  4. Üben der besten Lösung durch alle:
    a) unter einfachen Bedingungen
    b) unter schwierigeren Bedingungen
  5. Anwenden – Wie? Spielerisch, wettkämpferisch, leistend übend abfahren in verschiedenen Ordnungsrahmen, Betriebsformen.

WOHLBEFINDEN in einer Gruppe

Frage: „Was wollt ihr?“
Durch Fragen sollen die Schüler und Schülerinnen angeregt werden, den Unterricht mitzugestalten. Lassen Sie die Jugendlichen mitreden. Gehen Sie – so weit wie dies möglich ist – auf die Wünsche der Gruppenteilnehmer*innen ein.

Leitlinien für den Skiunterricht

  • Lehren der Skitechnik, damit aus Anfängern gute, sichere (im Sinne von souverän – d. Red.) Skifahrer werden.
  • Erziehen der Schüler*innen zur Selbsttätigkeit und Selbstständigkeit.
  • Gefahrenbewusstsein wecken.
  • Der/Die Lehrer*in soll sich im Verlaufe eines Kurses immer mehr und mehr entbehrlich machen.

Weitere Tipps für Ihre nächste Ski-Klassenfahrt oder Skilager finden Sie in unserem Praxishandbuch "Skifahren mit Schülerinnen und Schülern".

Verfasser: Hubert Fehr, Präsident SPORTS e.V.