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Alkohol auf Klassenfahrt

Tipps zur Vorbeugung vor und während der Reise, Umgang mit Regelverstößen und pädagogische Maßnahmen.

Vor der Klassenfahrt

Zuerst ist es wichtig, dass schon im Vorfeld miteinander gesprochen wird. Regelungen über den Alkoholkonsum während einer Klassenfahrt müssen erklärt, erläutert und schriftlich festgehalten werden. Konkret kann dies bedeuten, Alkohol während der Klassenfahrt strikt zu verbieten. Schwieriger ist es Verbote bei Abschlussfahrten auszusprechen, wenn viele Schüler schon 18 Jahre oder älter sind.

Viele Pädagogen sind sich jedoch darüber einig, dass Verbote allein nur wenig nützen. Daher wäre es besser, den Jugendlichen die Konsequenzen von Regelverstößen gegen das Alkoholverbot klar aufzuzeigen. Schüler und Schülerinnen können z. B. Mappen oder Plakate anfertigen, worauf Regeln und Konsequenzen festgehalten werden. Dies hat für Lehrer und Lehrerinnen den Vorteil, dass sie im Falle von Regelverstößen etwas Handfestes haben, auf das sie verweisen können. Wichtig ist auch, dass die Eltern mit einbezogen werden. Auch sie sollten Regel und Konsequenzen kennen. 

Es besteht auch die Möglichkeit, Alkoholkonsum in Maßen zuzulassen. Dies kann durchaus sinnvoll sein, um Jugendliche zu verantwortungsvollem Trinken zu erziehen. Dabei muss aber die gesetzliche Grundlage beachtet werden. So ist es laut dem Jugendschutzgesetzt für Jugendliche unter 18 Jahren verboten, branntweinhaltige Getränke zu konsumieren; Bier und Wein sind ab 16 erlaubt. Bei Jugendlichen unter 16 Jahren ist der Alkoholkonsum generell verboten. 

Während der Klassenfahrt

Die Ausgestaltung einer Klassenfahrt entscheidet oft darüber, wie weit sich das notwendige Vertrauensverhältnis zwischen Lehrkräften und ihren Schülerinnen und Schülern entwickelt. Eine strikte Durchregulierung mit Regeln der Klassenfahrt kann hier abträglich sein. Haben die Jugendlichen Angst vor Bestrafung, rufen sie eventuell die Lehrkraft erst gar nicht um Hilfe, sollte einer ihrer Klassenkameraden Hilfe benötigen. Insofern ist es angebracht, den Schülern und den Schülerinnen zuzutrauen, die aufgestellten Regeln auch einzuhalten. Außerdem muss nicht jeder kleine Verstoß gleich mit Strafen geahndet werden. Oft reicht eine einfache Ermahnung schon aus.

Umgang mit Regelverstößen

Nichtsdestoweniger wird es immer wieder vorkommen, dass manche Jugendliche während einer Fahrt Grenzen überschreiten. Hier müssen Konsequenzen folgen. Diese sollten aber dem Ausmaß der Verfehlung entsprechend gewählt werden.  An erster Stelle stehen pädagogischen Maßnahmen, an zweiter Stellen die Ordnungsmaßnahmen. Nur im Extremfall sollte ein Schüler oder eine Schülerin nach Hause geschickt werden. Zu den möglichen Maßnahmen zählen

Mögliche pädagogische Maßnahmen

  • persönliches Gespräch mit der Schülerin bzw. dem Schüler suchen. Ziel ist eine Bestandsaufnahme und Problematisierung des Verhaltens. Lässt der oder die Betroffene Einsicht erkennen, sollte dies beim weiteren Vorgehen berücksichtigt werden
  • schriftliche Aufgaben stellen, die mit dem problematischen Verhalten zu tun haben. Zum Beispiel können die Schüler und Schülerinnen einen Aufsatz zum Thema Alkoholkonsum ausarbeiten
  • sinnvolle Strafen verhängen. Zum Beispiel Frühstücksdienst, Putzen, Ausschluss von Exkursionen usw. 
  • Folgemaßnahmen für zu Hause: Gespräch mit Beratern für Suchtprävention, weitere Beobachtung und Beratung der auffällig gewordenen Personen, Umsetzung weiterer erzieherischer Konzepte und Absprache mit Vertrauenslehrern und Beratungsstellen

Mögliche Ordnungsmaßnahmen

  • schriftliche Verweise
  • Überweisung in eine parallele Klasse oder Lerngruppe  
  • vorübergehender Ausschluss vom Unterricht 
  • die Anordnung der Entlassung von der Schule 
  • die Anordnung der Verweisung von allen öffentlichen Schulen des Landes durch die obere Schulaufsichtsbehörde

Heimreise auf eigene Kosten 

Fällt eine Schülerin oder ein Schüler durch besonders schweres Fehlverhalten auf, kann ein Ausschluss von der Klassenfahrt erfolgen. Dabei ist es unerlässlich, die Eltern im Laufe der Vorbereitung der Klassenfahrt schriftlich über eine solche Maßnahme zu informieren. Von einer unbegleiteten Heimreise ist aus rechtlichen Gründen und aus Gründen der Fürsorge abzuraten. Nur bei sehr schwerwiegenden Verstößen, die die gesamte Klassenfahrt gefährden, ist eine unbegleitete Heimreise ausnahmsweise vorstellbar, allerdings nur nach vorheriger Genehmigung durch die Schulleitung und Absprache mit den Eltern.

Quellen:

www.kontaktbuero-praevention-bw.de/site/pbs-bw/get/documents/KULTUS.Dachmandant/KULTUS/Dienststellen/kontaktbuero-praevention-bw/pdf/Infodienste/19_Alkoholkonsum_von_Kindern_und_Jugendlichen.pdf

suchtvorbeugung-waf.de/wp-content/uploads/2012/08/AGSV-Klassenfahrten-und-Alkohol-Mai-2012.pdf